Wo ist die Ukraine Solidarität geblieben?

Am 24. Februar 2022 hat Russland einen groß angelegten Überfall auf die Ukraine gestartet. Womit bis zu diesem Tag niemand gerechnet hat, ist Realität geworden. Der langjährige Ukraine-Konflikt erreicht eine neue Eskalationsstufe. Russische Panzer rollen über die Landesgrenzen. Täglich erschüttern Explosionen die Städte. Wenn es nach den Vorstellungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin geht, dann sollte der „militärische Einsatz“ längst beendet sein.

Womit die Russen jedoch nicht gerechnet haben, ist der ungebrochene Wille der Ukrainer. Sowohl die Armee als auch unzählige Zivilisten leisten unermesslichen Widerstand gegen die russische Agression. Es ist beeindruckend und erschütternd zugleich. Seit nunmehr fast 3 Monaten zieht sich der Krieg zwischen Russland und der Ukraine bereits.

Drei Monate Krieg Stumpfen ab

Ukraine Frieden T-Shirt

Was ist aber aus der initialen Solidarität zur Ukraine geworden? Wenn ich zurück denke, dann hat der russische Überfall auf die Ukraine für ein paar Wochen Themen wie Corona komplett verdrängt. Egal wo man hin kam oder mit wem man redete. Der Krieg unter Wladimir Putin war Thema und jeder war entsetzt. Jetzt, einige Wochen später, könnte man meinen das der Krieg bereits vorbei ist und der Frieden wieder zurück gekehrt ist. Zumindest werden die Stimmen leiser, die sich mit dem Thema auseinandersetzen.

„Die Nachrichtenmeldungen sind mir zu negativ“

Aber woran liegt das? Gehört Gewalt und Krieg einfach zu unserem Alltag? Sind wir in den paar Wochen bereits so abgestumpft? Ich habe mich tatsächlich mit Personen unterhalten, die mir sagten, sie schauen aktuell bewusst keine Nachrichten. Um sich nicht mit den vielen negativen Meldungen „zu belasten“. Ist das die Lösung? Wegschauen weil es uns hier doch sehr gut geht? Werden wir von Corona und anderen negativen Nachrichten so penetriert, das wir bewusst Scheuklappen aufsetzen?

Uns geht es zu gut

Natürlich kann jeder selber entscheiden was er konsumiert und mit welchen Themen er oder sie sich auseinander setzt. Das Interesse am aktuellen geschehen in der Ukraine und die initiale Solidarität ist jedoch überraschend schnell abgeflaut. In meinen Augen eine trauriges Spiegelbild der Gesellschaft.

Nicht jeder muss mit einem Ukraine Solidarität Shirt auf die Straße gehen und zum Aktivisten werden, sich an einer Hilfsaktion beteiligen oder Geld Spenden. Wir sollten aber alle weiterhin sensibilisiert sein. Nein, aktuell wird sich über die hohen Benzin Preise aufgeregt. Auf Lieferprobleme bei Konsumgütern. In diesem Krieg sterben täglich Menschen. Familien werden auseinander gerissen. Kinder werden von ihren Eltern getrennt. In Deutschland geht es uns nach wie vor sehr gut.

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